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Am 30 July 2018 Um 09:07 | Aktualisiert um 26 June 2019 Um 07:57

Interview mit Karine Urvoy-Malle, die Solo- Gewinnerin der 24h Le Mans auf Skates

Interview mit Karine Urvoy-Malle, die Solo- Gewinnerin der 24h Le Mans auf Skates

Mit fast 50 Jahren lebt Karine für den Sport: Rennrad, Laufen, Schwimmen, Skaten... sie verbindet alle drei Sportarten, um ihr großes Ziel zu verwirklichen: den Sieg beim 24h Lauf in Le Mans. Die Begegnung...

Von  Alexandre CHARTIER

Interview mit Karine Urvoy-Malle

Hallo Karine, kannst du uns ein bisschen von deinen Vorbereitungen für deinen Solo- 24h Lauf in Le Mans erzählen?

Ich stehe eigentlich nur wenige Monate im Jahr auf meinen Skates. Die restliche Zeit bin ich in anderen Disziplinen unterwegs. So wird es nicht langweilig. Ich habe immer Lust Neues auszuprobieren. Ich gewinne bereits seit drei Jahren dieses Rennen.

"Ich kämpfe in erster Linie nicht gegen die Konkurrenz, sondern eher gegen mich selbst."

Du bist also das ganze Jahr über in mehreren Sportarten unterwegs...

Ja, seit ich 2016 nach Montpellier gekommen bin, mache ich viele Sportarten: Rennrad, Laufsport, Schwimmen... Auf Skates findet man mich 5-6 Monate im Jahr, von April bis September.
Dieses Jahr bin ich schon etwas früher auf meine Skates zurückgekehrt, weil bereits im März ein Marathon in Spanien stattgefunden hat. Im Winter war ich vor allem Mountainbiken und Rennrad fahren. Da ich in einer milden Region wohne, kann man schon ab Januar wieder draußen trainieren. Wir fahren auch Ski in der Haute-Savoie.
Ich habe eine exzellente Cross-Country Saison hinter mich gebracht. Ich konnte mich für die französischen Team Meisterschaften qualifizieren. Anschließend bin ich direkt in die französische Langstreckenmeisterschaft in Albi (81) eingestiegen. Ich habe mein Zeitfahren etwas durch eine schlechte Technik in den Sand gesetzt: ich habe meine Beine zu sehr gehoben und bekam dann Leistenschmerzen. Mit mehr Erfahrung wird das besser werden.

Mit Karine Malle Urvoy

 

„Auch mit 50 Jahren sammelt man noch einige Erfahrungen."

Ich habe meine Radeinheiten auf Berganstiege spezialisiert, um den Dumlop zu erklimmen. Le Mans bleibt ein Ziel, aber ich setze mir in jeder Sportart Ziele. Le Mans ist meine persönliche Tour De France und ich folge immer eine spezifische Vorbereitung.

Lass und über deine Leistung in Le Mans diesen Jahres sprechen...

Ich bin nicht sehr zufrieden mit meiner Leistung, da ich nur 19h gefahren bin. Ich hatte keine Unterstützer dabei, so musste ich mich selbst um meine Verpflegung kümmern. Ein paar Leute haben mir zwar geholfen, aber es war keine seriöse Einteilung. Ich war von Anfang bis Ende quasi allein, das war hart. Nach 12 Stunden lag ich noch mehr oder weniger in meinem Plan und hatte 47 Runden Vorsprung auf die Zweite.
Wie kommt es, dass du kein Team an deiner Seite hattest?
Zwei Tage vor dem Wettkampf hat mein Team abgesagt. Wenn man aber Leistung bringen möchte, ist das essenziell. Ich entschied mich jedoch trotzdem es allein zu versuchen. Die Voraussetzungen für eine gute Leistung waren aber nicht vorhanden.

Erzähl uns mal von deinem 24h Rennen...

Ich habe meine Knöchelschützer vergessen und hatte somit auch Knöchelprobleme. Am Anfang habe ich mich auch nicht besonders gut gefühlt. Ohne Zweifel habe ich in der Vorbereitung etwas zu viel auf dem Fahrrad gesessen. Ich habe den Start nicht überstürzt, ich wollte lieber, dass mich die Männer erstmal überholen. Ich bin oft mit Igor, Simon, Patrick und Claude gefahren. Ich habe also ein bisschen beim Männerrennen mitgemischt. Ich habe mich geschont. Diese Disziplin gewinnt man vor Allem im Kopf. Ich bin ihnen 6 Stunden lang hinterhergefahren und dann musste ich mich verpflegen. Dafür musste ich ein anderes Solo um Hilfe bitten. Alexandre Marie hat mir geholfen. Er hat mir einen Splitter aus dem Fuß gezogen. Ich bin fast die ganze Zeit mit Simon Gérard gefahren.

Die letzten Male hatte ich immer Konkurrenz und dieses Mal nicht, das war sehr hart. Ich wollte einen neuen Rekord aufstellen, aber dafür was es zu heiß. Ich habe viel nachgedacht. Ich bin mit zwei Parisern weitergefahren und wir haben uns 8 Stunden lang unterhalten, was war sehr nett: Armindo Solo und Francko Sol. Sie machen das schon seit Jahrzehnten. Um mich von meinen Fußschmerzen abzulenken, haben wir die ganze Zeit gequatscht. Wir haben uns gegenseitig angetrieben, weiterzumachen. Nach 19 Stunden habe ich für drei oder vier Stunden pausiert. Insgesamt waren es fünf bis sechs Stunden Pause.

Karine Malle Urvoy sur le circuit Bugatti

Wieso gab es dieses Jahr so wenig Konkurrenz?

Ich habe keine Ahnung. Viele, die sich mal im Solo versucht haben, sind nun im Team an den Start gegangen. Le Mans ist ein sehr hartes Rennen. Mein persönliches Ziel ist es, das Rennen 7 Mal zu gewinnen, ganz im Syle der Tour de France.

Möchtest du im kommenden Jahr wieder an den Start gehen?

Ja, auf jeden Fall! Ich werde meine Technik verbessern. Hinterher war nicht müde und hatte keine Schmerzen. Die darauffolgende Woche saß ich schon wieder 5h20 auf dem Rad mit 2000 Höhenmetern. Ich fühlte mich gut und war nicht an meine Laktatgrenze gekommen. Im Gegensatz zu den meisten Solos, die bereits auf Skates starten, bin ich traditionell zu Fuß gestartet.

Was ist der Rekord, den es zu schlagen gilt?

Ich glaube es ist der von Hilde mit 565km. Ich weiß allerdings nicht, wie sie das geschafft hat. Ich habe sie jedes Mal wenn wir zusammen gefahren sind, um eine Marathondistanz hinter mir gelassen. Sie hatte ohne Zweifel Hilfe mit dem Windschatten.

Möchtest du auch mal bei den 24h von Calafat an den Start gehen?

Ja, ich hoffe, dass sie auch dort sein wird, ich mag es Konkurrenz zu haben! Es gibt dort nicht viele Teilnehmer. Der Kurs ist schnell, aber die Hitze ist sehr stark. Und windig ist es auch. Man muss mit zwei oder drei Solos oder auch Duos zusammenfahren.

Wie erholst du dich?

Ich ernähre mich gesund. Nicht so viel Fleisch. Regelmäßiges Training ist auch sehr hilfreich.

Wieviel Sport machst du wöchentlich?

  • Montag: Schwimmen
  • Dienstag: Laufsport
  • Mittwoch: Schwimmen und Skaten
  • Donnerstag: Skaten
  • Freitag: Erholung
  • Samstag: Laufsport
  • Sonntag: Rad

Ich komme in der Woche auf ca. 10-12 Stunden Sport. Es ist gut die Einheiten abwechslungsreich zu gestalten, das beugt Verletzungen und dem Verschleiß vor. Ich mache nie dasselbe über einen längeren Zeitraum, ich habe immer Abwechslung.

Dieses Jahr hatte ich auch das X-Race Aventure in Mont Ventoux als Ziel. In diesem Rennen überquert man den Mont Ventoux in vier Disziplinen. Jeder kann seinen Sport aussuchen, oder die vier Etappen allein meistern: Skaten, Laufen, Mountainbike, und Rennrad. Die Organisation möchte viele Sportler aus dem Leistungssport an den Start kommen lassen. Dieses Jahr war ich im KKISS-Team (2x Karine, Sonia und Stéphanie).

Hast du auch eine sportliche Vergangenheit?

Wenn du jung bist, machst du den Sport, der für dich vorherbestimmt ist. Ich war bei den World Games und bei Weltmeisterschaften mit dem Skaten. Das war von 1986 bis 1991. Ich war mit Sylvie Gravouille, Sandrine Perron, Anne-Francoise Lefeuvre und Caroline Lagrée in der französischen Nationalmannschaft. Zwischen 1992 und heute musste ich aus beruflichen Gründen zurücktreten. Von 1992 bis 1994 habe ich in Saint-Brieux und Lamballe Training gehalten. Wenn man aus dieser Mitte kommt und Sportler trainiert, vertrauen sie einem.

In welchen Distanzen warst du zu Hause?

Ich war eher auf der Mittel- und Langstrecke unterwegs. Ich fuhr Ausscheidungsrennen mit taktischen Anweisungen. Ich wurde bei Weltmeisterschaften häufig vierte. Das war zwischen 1988 und 1991. Es war immer das Ausscheidungsrennen. Die Italienerinnen waren sehr stark und zu dritt. So wurde ich meist allein vierte. Es ist mit Kolumbien von heute zu vergleichen.

Wie hast du damals das Skaten entdeckt?

1977 war es eine Disziplin, die man nicht weit von meinem zu Hause ausüben konnte. Ich habe es einfach mal versucht. Es hieß entweder Laufsport oder Skaten. Ich musste ein paar Stunden beim Rollkunstlaufen und Akrobatik verbringen, aber ich interessierte mich mehr für die Rennen. Ich kann mich an Vincent Morvan, Franck Cardin und Pascal Briand erinnern...
Ich habe einige Zeit gebraucht, um wieder zu kommen. Ich hatte damals 1991 aufgehört und 2011 wieder begonnen.

Was sind deine Ziele für die restliche Saison?

Die Saison ist noch recht lange bis zur Weltmeisterschaft im September in Engadin (Schweiz). Drei große Ziele: der Triathlon Natur'Man von Verdon Anfang Oktober. So geht es also im Alter über 50 Jahren weiter.

Danksagungen?

Ich wurde von MG Custom (Alan) unterstützt. Er hat mir Schuhe angefertigt. Es sind Schuhe, die man nur an den Knöcheln anpassen muss. Danke an das Team von Christophe Audoire und Nathalie Barbotin. Danke an Bruno aus dem Verein von Maugio Carnon Thriathlon, Abteilung Radsport. Danke an die Vorsitzenden von Good Year, einem Kurs neben Mireval auf dem ich trainieren konnte. Ich habe meine Bestzeiten bei 3min auf einem Halbmarathon und 2min auf einem Marathon (Gesamtzeit 01:09h). Danke an meine Töchter und meinem Mann, die es mir ermöglichen meinen Jugendtraum wieder aufleben zu lassen! Ich erhielt Energieriegel von Bouw. Ich benutze sie das ganze Jahr über und sie sind Made in France. 

Karine Malle Urvoy sur le podium des 24H du Mans Roller 2018

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Mise en ligne  den 30 July 2018 - Gelesen 2385 mal

Von :
Fondateur et webmaster de rollerenligne.com. Alexandre est un passionné de roller en général et sous tous ses aspects : histoire, économie, sociologie, évolution technologique... Ne le branchez pas sur ces sujets sans avoir une aspirine à portée de main !

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